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Aufforstung und Sukzession
Von vielen Behörden wird die Aufforstung von Neophytenbeständen als geeignete Maßnahme empfohlen. Leider müssen dichte Bestände an Goldrute, Topinambur, Herkulesstaude und Staudenknöterich zuerst entfernt werden, um geeignete Pflanzbedingungen für Jungbäume zu schaffen. Viele  Neophyten wachsen und blühen zudem selbst im "finstersten Wald", d.h. auf Standorten, wo durch die Beschattung keine anderen Pflanzen mehr auf dem Boden vorkommen. Zudem ist die Anpflanzung von Gehölzen auf Grünland und auf von naturschutzfachlicher Seite wertvollen Flächen, wie z.B. Uferbereiche mit Röhrichtbeständen abzulehnen. Solche Empfehlungen nutzen nur der Forstwirtschaft.
Auch die Sukzession als natürlicher Prozess mit einem stabilen Waldendstadium ist daher eine Utopie, die nur eines als versteckte Botschaft hat: Belästigt uns nicht mit der Neophytenproblematik, sie wird sich schon von selber lösen.
An der Nahe gibt es auch Beispiele ganz grotesker Art, wie durch Sukzession Neophyten verschwinden können. Hier verdrängt Topinambur das Springkraut und wird selbst von Herkulesstaude überwachsen die letztendlich jedoch dem Staudenknöterich weichen muss.

Abflammen
Das Abflammen mit der Gasflasche, am besten noch mit Vollschutzbekleidung und Atemmaske ist eine sehr medienwirksame und schweißtreibende Angelegenheit. Ein Verbrennen der Staude entspricht einer einmalige Mahd und muss wiederholt durchgeführt werden. Daneben wird auch Konkurrenzvegetation vernichtet. Bei der Herkulesstaude im Blüh- oder Samenstadium verbrennt zudem zuerst der Stängel und die Samen fallen unbeschädigt zu Boden.

Streusalz/AltölDer teilweise im Internet oder in der Literatur beschriebene Einsatz von Streusalz in die Stengel der Dolden ist neben dem Aspekt der Bodenversalzung auch insofern zu hinterfragen, als dass "es nur hilft, wenn man noch mehrfach die wieder austreibenden Pflanzen abmäht". Der gleichgeartete Einsatz von Altöl ist zudem strafbar, da eine Bodenverseuchung stattfindet.

Folien
Das Abdecken mit Folien entspricht einer Wachstumsunterbrechung und sollte aus den nachfolgenden Gründen durch das Fräsen der Fläche ersetzt werden. Folien verschandeln die Landschaft und müssen über mehrere Jahre auf den Flächen bleiben, damit auch die Samen absterben. Bei Herkulesstaude mindestens 7 Jahre. Es kann sich auch keine natürliche Konkurrenzvegetation einstellen. Durch UV-Bestrahlung, aber auch mechanische Belastung kommen Löcher in Folien oder diese verrutschen, so dass die Pflanzen immer wieder nachtreiben können. Fraglich ist auch, ob sich Pflanzen mit Rhizomen an Folien überhaupt stören. Staudenknöterich wird Folien mit Sicherheit durchwachsen oder nebendran austreiben.

Einführung von Fraßfeinden
Diese Methode ist sicherlich nicht unsinnig, wird es jedoch dann, wenn sie von Einzelpersonen und ohne genaues Studium der möglichen Folgen erfolgt. Wir können daher hier nur dringend davor warnen solche Experimente selbst durchzuführen. Hierzu sind konkrete Forschungen zur Unbedenklichkeit notwendig, die nur von staatlicher Seite zu bewerkstelligen sind. Diese Untersuchungen kosten zwischen 1-3 Millionen Euro und sind dennoch nicht immer erfolgreich. Die in der Vergangenheit durchgeführten Maßnahmen zur Einführung von Fraßfeinden in andere Regionen führten teilweise zu noch größeren Problemen (Einführung der Katze zur Reduzierung der Kaninchen in Neuseeland, Australien; Einführung der Agakröte auf den Reisfeldern zur Reduzierung von Schadkäfern).

Wir halten daher Kontakt zu Instituten in der Schweiz, die erfolgreich am Einsatz von Fraßfeinden in außereuropäischen Ländern forschen (z.B. die Reduzierung der Ackerwitwenblume in den Great Plains) und tauschen Informationen aus.