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Grünlandnutzung

Da die Rinder ursprünglich aus Schottland kommen, sind sie besonders robust, wetterhart und anspruchslos.
(Foto: J Fiala)

Seit Frühjahr 1999 setzt die GMN Rheinland-Pfalz e.V. eine Herde von anfangs acht Hochland-Rindern für die Beweidung von Grünland ein.

Durch ihr relativ leichtes Gewicht eignen sich die Rinder hervorragend zur extensiven Nutzung schützenswerter Flächen, da sie nur eine geringe Bodenverdichtung verursachen. Die Hochland-Rinder verwerten auch Rauhfutter wie Rohrkolben, Disteln und Brennesseln und eignen sich daher ganz besonders für Extensivflächen. Aufgrund ihrer guten Futterverwertung ist auch während der Kälberaufzucht keine Zufütterung mit Energiefutter nötig.

Kleinere Büsche und Bäume, die nicht an diesem Standort typisch sind, werden durch die Rinder abgefressen.

 

Steckbrief

Diese Rinder kennzeichnet ein langes, zottiges Fell, ein breiter Kopf mit langen Hörnern sowie kurze, stämmige Beine. Da sie ursprünglich aus Schottland kommen, sind sie besonders robust, wetterhart und anspruchslos.Wegen ihres dicken Felles können sie ganzjährig im Freien gehalten werden, ein Unterstand ist nicht erforderlich.
Zudem sind die Rinder sehr langlebig (30 Jahre) und weisen eine hohe Fruchtbarkeit auf.
Durch den starken Herdenverbund schützen sich die Tiere gegen ?wildernde" Hunde. Somit herrscht auch eine geringe Ausbruchsgefahr.

Betreuung

Die Rinder beim Tierarzt April 2005

In regelmäßigen Abständen, etwa alle sieben bis zehn Tage, werden die Rinder auf eine andere Fläche gestellt. Aber nicht nur Futter, sondern auch Wasser muß dort in ausreichender Menge vorhanden sein. Zusätzlich erfolgt eine Betreuung der Tiere durch einen Tierarzt.

 

 

 

Warum werden die Flächen beweidet?

Die Beweidung von Grünlandflächen hat mehrere Funktionen:

Wir handeln nach dem Prinzip ?Pflege durch Nutzung? und sparen damit nicht nur Kosten. Die beweideten Flächen sind für eine maschinelle Bewirtschaftungen zu klein und die Bearbeitung per Hand wäre zu teuer. Die Beweidung verbindet extensive Nutzung, tierschutzgerechte Haltung und Fleischproduktion.

Früher war Beweidung üblich. Wir beleben damit eine alte, sinnvolle Tradition, die die Entwicklung von Wiesen zum Ziel hat. Neophyten wie Herkulesstaude, Orientalisches Zackenschötchen, Kanadische Pappel und Grauerle werden reduziert.

Es werden Kleinstrukturen geschaffen, die durch Mahd nicht zu erreichen sind. So fressen die Rinder nur bestimmte Pflanzen von einer Fläche. Die Altgrasbestände bleiben erhalten und bedrohte Vogelarten wie Kiebitz oder Schwarzkehlchen finden im nächsten Jahr optimale Bedingungen zum Brüten vor. Durch die Haltung der Tiere in einer Elektrokoppel können sie gezielt zur Entwicklung bestimmter Biotope eingesetzt werden (z.B. Schlammflächen mit seltener Vegetation wie Salzbunge, Gerstensegge, beide gefährdete ?Rote Liste? Arten).

Der dichte Bewuchs an Kleingewässern wird durch die Beweidung ausgedünnt. Spezialisierte Tiergruppen und Arten, wie z.B. Libellen und Wechselkröten werden gefördert. In der Region ? Für die Region Artenvielfalt statt Monotonie Biotoppflege Da nicht zugefüttert wird, sinkt nach und nach der Nährstoffgehalt im Boden, was insbesondere den seltenen Pflanzenarten zugute kommt.

Da die Verweildauer auf den Einzelflächen nur jeweils ca. eine Woche beträgt, gibt es kaum Störungen für wildlebende Arten. Zusätzlich wird bei der Beweidung auf Gelege Rücksicht genommen. Das Rinder-Beweidungsprojekt hat sich bisher als sehr zufriedenstellend erwiesen, so daß mittelfristig die Herde vergrößert wird, um die Beweidungsflächen auszuweiten.

Extensiv genutzte Wiesen

Streuwiese

Ansprechpartner Rinderbetreuung

Jochen Fiala
jochen(at)gmn-ev.de

Weitere Informationen:
Faltblatt zu den Hochlandrindern im Selztal als PDF